Das Führen eines Rudels löst Verkehrssicherungspflichten aus

Nach einer aktuellen Entscheidung des OLG Hamm (Az.: 9 U 91/ 14) hat eine Person, die mehrere Hunde gleichzeitig ausführt, auch wenn dies aus Gefälligkeit geschieht, dafür Sorge zu tragen, dass niemand zu Schaden kommt.

Springt einer der Hunde beispielsweise eine dritte Person an, haftet der/ die Hundeführer/ in auf Schadensersatz.

Dieser Entscheidung lag ein Fall zugrunde, in welchem die Beklagte drei Hunde gleichzeitig ausführte; neben ihrem eigenen Schäferhund einen Boxermischling und den Cane Corso einer Bekannten. Der Cane Corso sprang, wohl aus Freude, angeleint die Klägerin an, welche hierdurch u.a. eine kleine Schürfwunde im Gesicht davon trug.

Das Gericht sprach der Klägerin ein Schmerzensgeld in Höhe von 3000 € zu.

 

Das Gericht führte aus, wer Hunde aus Gefälligkeit ausführt muss diese so halten, dass von ihnen keine Gefahr ausgehe für Dritte. Die Beklagte konnte sich nicht damit exkulpieren, dass sie den Hund mit der Leine eng bei sich führte und zudem zwei weitere Hunde an der Leine hatte. Vielmehr, so forderte das Gericht, hätte die Beklagte durch einen hinreichend sicheren Griff von vorneherein dafür Sorge tragen müssen, dass der Hund nicht hochspringen könne.

Die Führung eines Rudels sei zwar grundsätzlich nicht verboten, aber das Gefährdungspotential für Dritte sei erhöht, so dass an den Hundehalter erhöhte Sorgfaltsanforderungen  zu stellen sind.