Reisezeit: Kreuzfahrtunternehmen haftet für Schäden am geparkten Auto eines Passagiers

AG München; Urteil vom 19.03.2015, Az.: 122 C 21221/ 14

 

Ein Kreuzfahrtunternehmen haftet für Schäden an einem PKW eines Passagiers, wenn dies in einem öffentlichen Parkhaus abgestellt wurde und aus Sicht des Reisenden mit dem Kreuzfahrtunternehmen ein Verwahrungsvertrag für das Fahrzeug abgeschlossen wurde.

 

Der Entscheidung lag ein Sachverhalt zugrunde, bei welchem eine Kreuzfahrt ab und bis Genua gebucht wurde, für die Anreise nach Genua wurde von dem Passagier der private PKW genutzt. Bereits bei der Buchung wurde über das Kreuzfahrtunternehmen ein Parkservice zum Preis von 90 € gebucht. Der BMW wurde bei Reiseantritt im Hafen von Genua dem Parkservice übergeben.  Als das Fahrzeug bei Ankunft zurückgegeben wurde, befanden sich daran Schäden; u.a. am Radkasten, an der hinteren Tür; deren Reperaturkosten mit 1923,24 € veranschlagt wurden.

 

Das Kreuzfahrtunternehmen lehnte die Übernahme der Reperaturkosten mit dem Hinweis darauf, dass es die Parkplätze nicht selber betreiben würde, sondern die Parkplätze lediglich vermitteln würde; ab. Der Parkhausbetreiber würde mit den Nutzern einen eigenen Mietvertrag abschließen.

 

Das Amtsgericht München sprach der Klägerin die Reperaturkosten in voller Höhe zu. Das Kreuzfahrtunternehmen sei zur Zahlung verpflichtet, da für den Passagier nicht erkennbar gewesen sei, dass das Unternehmen lediglich die Reservierung in einem öffentlichen Parkhaus habe vermitteln wollen, insbesondere da vom Bordkonto des Passagiers die Gebühr in Höhe von 90 € mit dem Vermerk „Parking“ abgebucht worden sei. Ferner sei, als das Fahrzeug im Terminal abgegeben wurde, für den Passagier nicht erkennbar gewesen, dass es sich bei der Person, welche das Fahrzeug in Empfang genommen habe, nicht um Mitarbeiter des Kreuzfahrtunternehmens gehandelt habe. Auch aus dem Reisekatalog habe sich nicht entnehmen lassen, dass ein eigener Vertrag mit einem Parkhausbetreiber abgeschlossen werden würde, vielmehr sei bei der Rückgabe der Fahrzeugschlüssel auch von einem Mitarbeiter des Kreuzfahrtunternehmens übergeben worden.

 

Aufgrund dessen nahm das Gericht an, dass zwischen dem Kreuzfahrtunternehmen und der Klägerin ein Verwahrungsvertrag zustande gekommen ist, aus welchem das Unternehmen der Klägerin gegenüber für die entstandenen Schäden am BMW haftet.