Tierarzthaftungsrecht

Auch der Tierarzt haftet dem Tierhalter gegenüber,  wenn ihm bei der Behandlung des Tieres ein Fehler unterläuft- diese also gerade nicht lege artis war.
Er haftet dann grundsätzlich für kausale Schäden, welche auf der fehlerhaften Behandlung beruhen, wie etwa Kosten für Folgebehandlungen, Medikamente, ggf. auch Fahrtkosten etwa zur Tierklinik.
Allerdings haftet der Tierarzt nicht für jeden Behandlungsfehler, sondern nur wenn ihm vorsätzliches oder fahrlässiges Verschulden im Zuge seiner Behandlung vorgeworfen werden kann, was im Einzelfall gesondert geprüft wird.
Ein grober Behandlungsfehler liegt nach der Rechtsprechung jedenfalls dann vor, wenn das Verhalten des Tierarztes einen eindeutigen Verstoß gegen bewährte ärztliche Behandlungsregeln oder gesicherte tiermedizinische Kenntnisse darstellt und es sich um einen Fehler handelt, der aus objektiver Sicht nicht mehr verständlich erscheint, weil er einem Tierarzt schlechterdings nicht mehr unterlaufen darf.
Einen solchen Verstoß nahm das OLG Oldenburg an, als der Tierarzt nach der Impfung eines Tierbestandes das Impfbesteck lediglich mit Wasser abspülte, bevor er erneut Tiere impfte. Es sind beim Impfen grundsätzlich sterile Bestecke zu verwenden.

(OLG Oldenburg, Az.: 11 U 115/05)
Ebenso wenig darf man ein Tier, welches gerade einen Herz- Kreislauf- Schock erlitten hat, kurz nach Schockeintritt in nicht stabilisiertem Zustand zurücklassen.

(OLG Köln, Az.: 5 U 46/02)
Kein Behandlungsfehler in diesem Sinne ist hingegen die sogenannte Nottötung. Der Tierarzt ist berechtigt und verpflichtet, ein Tier zu töten, wenn weitere Behandlungsmaßnahmen keinen Erfolg versprechen und dem Tier längere Qualen erspart werden sollen. (BGH, Az.: VI ZR 281/79)